
Amra Fetiqi
Fachkräfte bewerben sich nicht mehr auf Stellenanzeigen, sondern auf Menschen
Viele Handwerksbetriebe investieren Zeit und Geld in Stellenanzeigen, Jobportale und Anzeigenkampagnen. Trotzdem bleiben Bewerbungen aus oder es melden sich Kandidaten, die fachlich oder menschlich nicht passen. Der Grund dafür liegt oft nicht im Angebot, sondern in der Wahrnehmung des Betriebs.
Denn Fachkräfte entscheiden heute anders als früher.
Der erste Eindruck entsteht nicht mehr auf Papier
Früher war die Stellenanzeige der erste Kontaktpunkt. Heute ist sie meist nur noch der Auslöser. Wer sich ernsthaft für einen Betrieb interessiert, schaut vorher online nach. Die Website wird besucht, Google-Bewertungen gelesen und fast immer wird geprüft, ob es einen Auftritt auf Instagram, TikTok, Facebook oder LinkedIn gibt.
Dabei geht es weniger um perfekte Bilder oder ausgefeilte Texte. Entscheidend ist die Frage:
Wie arbeiten die Menschen dort und wie gehen sie miteinander um?
Menschen folgen Menschen, nicht Jobtiteln
Ein Satz wie „Wir suchen einen motivierten Anlagenmechaniker (m/w/d)“ sagt wenig über den Alltag im Betrieb aus. Ein kurzes Video von einer Baustelle, ein Foto aus der Frühstückspause oder ein Monteur, der erklärt, was er an seinem Job mag, sagt deutlich mehr.
Gerade junge Fachkräfte und Auszubildende orientieren sich an Gesichtern. Sie wollen sehen, wer ihre zukünftigen Kolleginnen und Kollegen wären, wie der Ton im Betrieb ist und ob sie sich dort wiederfinden können. Social Media macht genau das sichtbar.
Warum Team-Content stärker wirkt als Benefits
Viele Betriebe werben mit Benefits wie Firmenwagen, Arbeitskleidung oder Tankgutscheinen. Das ist nicht falsch, aber austauschbar. Was nicht austauschbar ist, sind die Menschen im Betrieb.
Wenn Mitarbeitende auf Social Media auftauchen, entsteht Nähe. Ein kurzer Clip vom Team, ein ehrlicher Satz aus dem Arbeitsalltag oder ein gemeinsamer Moment auf der Baustelle wirkt glaubwürdiger als jede Aufzählung von Vorteilen. Bewerber spüren, ob ein Betrieb zusammenhält oder nur wirbt.
Social Media ersetzt kein Bewerbungsgespräch, aber es entscheidet darüber, ob es eins gibt
Für viele Fachkräfte ist Social Media heute eine Art Vorab-Bewerbung des Betriebs. Wer dort sichtbar ist, zeigt Offenheit. Wer nichts zeigt, wirkt unnahbar oder unsicher, selbst wenn der Betrieb fachlich hervorragend arbeitet.
Fazit
Fachkräfte bewerben sich nicht mehr nur auf Stellenanzeigen. Sie bewerben sich auf Menschen, auf Teams und auf ein Gefühl. Social Media bietet Handwerksbetrieben die Möglichkeit, genau das zu zeigen, ohne Hochglanz und ohne großen Aufwand.
Wer sichtbar macht, wie gearbeitet wird und wer im Betrieb arbeitet, erhöht nicht nur die Reichweite, sondern auch die Chance, die richtigen Menschen zu erreichen.